Opel Bochum: Streikt, streikt!


Jetzt ist es also raus: General Motors will das Opel Werk in Bochum noch früher schließen. Statt, wie erst angekündigt, nicht erst 2016, sondern schon 2014, wenn die Mitarbeiter nicht erheblichen Lohneinbußen zustimmen. Damit sollten jedem klargeworden sein: GM wird das Werk nicht retten wollen, keine Ersatzaufträge dort hin leiten, sondern es so oder so in spätestens 3 Jahren schließen. Zusätzlich hängen die Schicksale der anderen Werke in Deutschland an den Opel-Mitarbeiter_innen in Bochum dran.

Aber wie reagieren die Mitarbeiter_innen? Die Empörung ist natürlich groß. Von Erpressung ist die Rede, davon, dass GM jedes Feingefühl für die Mitarbeiter_innen fehle.Eine Kriegserklärung sei der letzte Brief gewesen. Gegen Vereinbarungen und Gesetze verstoße GM damit.

Was schreibt die Presse? Skandalträchtige Schlagzeilen blinken auf. „Streit um Bochum eskaliert“ titelt die WZ. „Opel Bochum braucht Verlässlichkeit statt immer neuer Hiobsbotschaften“, fordert die SPD Bundestagsfraktion. Die Linkspartei organisierte eine „Solidarität statt Armut – Opel Bochum muss bleiben“. Ich bezeichne diese Forderungen jetzt mal nett gesagt als völlig unrealistisch. Opel Bochum wird geschlossen werden. Punkt.

Ich befürworte das nicht, aber genau deswegen finde ich dieses Gejammere in den Medien und diese Heucheleien der Politiker_innen schrecklich. Genau so wie die Artikel über das Thema. SPON schreibt: „Die Mitarbeiter haben keine Wahl“. Die Mitarbeiter_innen sollen also keine andere Wahl haben, als sich auf den letzten Metern des Werkes noch mal so richtig ausbeuten zu lassen? Nein, das sehe ich nicht so. Besonders regt mich das auf, weil ich letztens in einer WDR Lokalzeit einen Betrag über die plötzliche Schließung des Nokia-Werkes gesehen habe. Viele tränen, viel Empörung, als die Kameras auf die Mitarbeiter_innen drauf hielt, die zu ihrem letzten Arbeitstag antreten würden.

Die Mitarbeiter_innen sollten streiken. Die Zeit der netten Gespräche beim Kaffee sollte vorbei sein. Das ganze verdammte Werk sollte lahmgelegt werden. Streikt, streikt, jetzt sofort, ohne Umschweife und Kompromisse. Realistisch gesehen müssen die Mitarbeiter_innen ja doch keine Jobs mehr mit nettem Verhalten retten – sie fliegen, so oder so. Und die anderen Werke sollten das ebenso machen. Legt Eure Arbeit nieder, verdammt noch mal. Zeigt mal Solidarität, anstatt zu hoffen, dass es Euch nicht genau so ergehen wird.

Nokia, Opel oder irgendwelche andere Firmen werden dieses Verhalten immer wieder zeigen. In ihrem Sinne ist der Schritt logisch, es ist halt eine Einsparungsmaßnahme, weil der Markt für Opel gerade so schlecht ist. Allerdings können sie sich ins Fäustchen lachen, wenn ihre Versprechungen immer wieder greifen, wenn die Betriebsräte immer wieder „Kompromisse“ eingehen, nach denen die Werke 1 Jahr später doch wieder geschlossen werden.

Der Streit um Opel Bochum ist noch nicht eskaliert. Aber es wird Zeit, dass er eskaliert. Und zwar seitens der Mitarbeiter_innen.

 

Dies ist eine erste Version des Artikels, Quellen usw. kommen noch.

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